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Die Elenden von Łódź

Skizzen

28
Nov
2012

Skizze III

Skizze III

Ein Baum wächst aus dem Fels

Conroys Wanderung führte über einen ausgetretenen steinigen Ziegenpfad nach oben. Schritt für Schritt schlug sein Wanderstab im Takt. Ab und an blieb der Alte stehen. Atmete würzige Bergluft, fixierte sein Ziel mit schmalen Augen, ließ seinen Blick über den weißen Grad schweifen und folgte diesem bis zum Gipfel. Er wusste, mit seinen alten Beinen würde er sehr viel länger Zeit brauchen, als in jungen Jahren, aber das störte ihn nicht. Warmer Nadelboden strömte genau den Geruch aus, den er so mochte und er bückte sich, um seine Hände mit süßen Blaubeeren zu füllen. Ächzend richtete er sich wieder auf und patschte nach einer Bremse, die sich ihre Zwischenmahlzeit auf seinem nackten Oberarm holen wollte. Erschreckt von dem ungewohnten Ton flog eine Dohle auf, die sich allerdings in kurzer Entfernung von Conroy erneut auf einen nackten Felsen setzte und den Alten beobachtete. Vielleicht würde etwas für den nimmersatten Federnomaden abfallen.
Er bückte sich nochmals, um im zweiten Anlauf die Wildbeeren aufzuklauben ...

jbs 2ooozwölf

Korsika-2-158
jbs 2ooozehn

1
Sep
2012

Skizze II

Skizze II

Am Rande des Flusses schauten wir unverwandt in den Sog.
„Ein Tor zu den verschlafenen Gewässern,“ sinierte Marek und sah einen kurzen Augenblick zu mir hinüber.
Ich nahm mein Fernglas in die Hand, versuchte die Schärfe optimal einzustellen und schaute in Erwartung der Träume, meiner Träume, tief in das Auge des Strudels. Über uns schwebte ein lichtes Wolkengebilde aus Zuckerwatte und ein lang vergessener Geschmack klebriger Süße machte sich plötzlich auf Lippen und Mund breit.
„Dies ist die Stelle, nicht wahr?“ fragte ich Marek und dann sah ich durch mein Vergrößerungsglas, wie sich Realität und Illusion in einem nicht enden wollenden Drift miteinander verbündeten, vermischten, verketteten, verknüpften.
„Das Ewige in der Harmonie der Natur und das unerklärlich grausame in den Handlungen der Menschen begreifen,“ entschlüpfte es meinen Lippen, „ ein Kirgise hatte es so, oder so ähnlich, einmal geschrieben.“

jbs 2ooozwölf

19
Dez
2011

Monolog I

Monolog I

Sieben Marktstände nach dem Schönschreiber, vor dem Badezelt, inmitten von rot und grün beleuchteten Lindenstämmen, hängen Felle wie zum Trocknen in der Luft. Metallener Glöckchenklang webt sich durch eine Menge, die den fernen Tönen eines Martinshorns keine Konkurrenz machen. Man wird regelrecht getragen, vorbei, rundherum, geradeaus. Fenster alter Fachwerkhäuser sind eingepackt in Tannenwedel, goldene Aluminumsterne und breite rote Schleifen stecken tief in deren Grün. Erinnern an geöffnete Kalendertürchen, aus denen die Schokolade längst herausgenascht ist und nun leuchtende Kerzen das ständige Treiben unterhalb ihrer kalten Nasen festhält. Fein geschnitzte Schlangenköpfchen an langen gedrehten Holzhälsen tragen ellenlange Zeltbahnen, Innenleben aus der Mittelalterzeit umhüllend. Filzbehütete Silberschmiede wachen über Gold und Silber, Fibeln, Ringe und mehr.
Harte Schläge aus der Nachbarschaft. Ein Ledergürtel wird bearbeitet, gelöchert. In Aussicht auf neue Besitzer mit breiten oder schmalen Hüften.
Rauchiger Holzfeuergeruch kriecht über den Platz. Blicke richten sich zu einer Hexenküche, aus der wundersame Düfte hungrige Nasen umschmeicheln. Es bleibt nicht aus, man wird zum Holzlöffel greifen, ihn in eine wohlgefüllte Schale mit fetter Suppe tauchen, Holzofenbrot stippen und essen. Wirte schenken Glühwein aus. Heiß. Vor diesen Ständen muss man besonders lang anstehen. Und dann umschwirren Myriaden von Feuerfunken für kurze Zeit hunderte Schattenköpfe, bevor nach Mitternacht endlich Ruhe einkehren wird.

jbs 2oooelf

8
Okt
2011

Prélude op 28 Nr. 15

Prélude op 28 Nr. 15

Regentropfen trommelten auf das Dachfenster. Sie wachte auf. Während noch schummriges Morgenlicht auf ihren geschlossenen Lidern saß, setzte sich das Tageskarussell in ihrem Kopf in Bewegung: Michi wecken, duschen, Frühstück vorbereiten, Sandra wecken, Michi nochmals ans Aufstehen erinnern, ins Büro fahren, einkaufen, die Briefe zur Post bringen, Essen kochen... .

Marie schlug die Augen auf. Erschrocken stellte sie fest, dass sie verschlafen hatte. Alles war noch ruhig in der Wohnung. Und da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: es ist doch Sonntag! Ihre warme Decke zog sie sehr hoch an die Nase und im wegschlummern meinte sie, das Regentropfenprélude auf dem Dachfenster zu hören.

jbs Oktober 2ooozehn

http://www.youtube.com/watch?v=2ZDw5Wp-Bfo

29
Jun
2011

Skizze I

Schließlich wurde es dunkel.
Und durch die verlassenen Strassen schlängelte sich eine Bö. Staksige Straßenlaternen schaukelten mit ihren elektrischen Köpfen. Nickten hin und her. Erste Regentropfen fielen laut auf Dächer, vermehrten sich, trommelten alsbald stakkato, um anschließend in einen Trommelwirbel überzugehen. Der Wind wurde stärker. Pfiff. Wasser rauschte über Dachpfannen, schwappte in die Regenrinne, um von dort ins Fallrohr zu schießen. Schmatzend füllten sich Zisternen. Am Bordstein befand sich reger Reiseverkehr. Eine blaue Zigarettenschachtel. Ein Schnuller. Ein leeres Kuvert. Drehend wurden die Reisenden in die Ritzen des Kanaldeckels gespült



jbs 2oooelf

Eine etwas ausgeschmückte Beobachtung, die ich während eines heftigen Regens gemacht hatte. Man könnte daraus eventuell eine kleine Erzählung bauen...

Da die Verwaltungsfunktionen hier auf diesem Blog seit einiger Zeit massiv eingeschränkt sind, kann ich leider wieder kein Bild posten. Aber eine Musik lasse ich zurück.

Die Countertenöre Klaus Nomi und Franco Fagioli, die ich großartig finde, mit:

http://www.youtube.com/watch?v=yuSrsGzhD9U

http://www.youtube.com/watch?v=Ub4D_yPnf8w

Das ist natürlich ein Kontrastprogramm zu obigen Gedankensplitter. Ich weiß :-)))
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lou salome

"Vielleicht war vor den Lippen schon das Flüstern da und ohne Bäume tanzte schon das Laub."Ossip Emiljewitsch Mandelstam

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