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Zengeler-Rezensionen

14
Okt
2013

Das letzte Geheimnis

Das letzte Geheimnis
von
Hans Zengeler

In einer bildhaften Sprache, mit olfaktorisch gespickten Passagen, schildert Hans Zengeler, den Zusammenprall zweier Menschen: Mutter und Sohn.
Auf der einen Seite eine dominante Mutter, die in ihrem Sohn den Mann in ihrem Haus sehen möchte, ihn daheim sozusagen anketten möchte, auf der anderen Seite Josef Bloch, der sich aus den mütterlichen Fesseln befreit, dem Mainstream ihres Lebensstils entflieht und es ablehnt, sich auch nur im Ansatz für ihre Existenz zu interessieren.

Mutter und Sohn wie in einer Winterlandschaft.
Ihre Beziehung ist seit Jahren vereist, wie unter Schnee begraben.

Bis auf den Tag, an dem die fünfundachtzigjährige Anna Schäuble, Mutter vom mittlerweile zweiundfünfzigjährigen Josef Bloch, beim Einkaufen fällt. Als hätte jemand unsichtbar an ihrer unterkühlten Beziehung, wie an einer zugefroren Scheibe gekratzt, öffnet sich von dem Moment an eine winzige Lücke und Josef, ob er will oder nicht, von unsichtbarer Hand gelenkt, spürt dem Leben seiner Mutter nach. Er hinterfragt bei noch lebenden Verwandten nach Geschehen, die lange zurückliegen und versucht herauszufinden, warum es zu dem großen Schweigen zwischen ihnen kam.

In der Abfolge von klein besetzten Szenen und Bildern gewinnt er mehr Klarheit über das Leben der Mutter und versteht im Nachhinein immer deutlicher, warum er sich aus ihrer Umklammerung befreien wollte und musste.
Dann scheint das Eis geschmolzen zu sein, die Mutter will sich endlich ihrem Sohn mitteilen. Bevor es dazu kommt, stirbt sie.
Diese Sterbeszene hat mich beim Lesen sehr berührt. Zengeler beschreibt sensibel und äußerst empathisch diesen letzten Moment.

„Das letzte Geheimnis“ von Hans Zengeler ist ein realistisch geschriebenes Prosawerk mit leicht autobiografischer Note, ein Personen-und Gesellschaftsprortrait. Es ist eine Geschichte, die vom Verstummen von Generationen handelt, vom Verpassen von Chancen. Geradezu exhibitionistisch beschreibt er die Tragik von Sprachlosigkeit und kritisiert, auf seine ihm ganz eigene Art, eine Gesellschaft, in der miteinander reden immer mehr ihre zentrale Bedeutung verliert.

Und wie in seinen zwei ersten Bloch-Büchern steht Ira, Bloch's Nicht-Ehefrau, im Mittelpunkt der ganzen Geschehen. Sozusagen unsichtbar sichtbar. Sie ist Josef Bloch's Hoffnung, ohne die das Leben keinen Sinn hätte.

Dieser dritte Band der „Bloch-Trilogie“ liest sich wie eine Reise, mal leicht, mal beschwerlich. Es regiert ein Winter der Gefühle, aber der Frühling bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg.

jbs 2ooodreizehn


Das Buch „Das letzte Geheimnis“ von Hans Zengeler ist im VAT-Verlag, 2013, erschienen und hat 208 Seiten.

14
Mai
2013

Die Illusion vom Fliegen

„Die lange Liebe ist deshalb möglich – auch wenn sie glücklich ist – weil ein Mensch nicht leicht zu Ende zu besitzen, zu Ende zu erobern ist – es tun sich immer neue, noch unentdeckte Gründe und Hinterräume der Seele auf, und auch nach diesen streckt sich die unendliche Habsucht der Liebe aus. - Aber die Liebe endet, sobald wir das Wesen als begrenzt empfinden.“
Friedrich Nietzsche


„Die größte Liebe aller Zeiten“

Im Unterschied zu vielen Autoren schreibt Hans Zengeler weniger zu politischen oder kriminalistischen Themen, sondern interessiert sich stark an den psychologischen und emotionalen Facetten seiner Figuren.
Hans Zengeler hegt große Sympathien. Diese gelten vor allem jenen Menschen, die durch bloßes Husten die Gefühlslage ihrer Mitmenschen durcheinander bringen. Es sind die Anti-Helden unserer Gesellschaft, die ihn faszinieren und die er präzise beobachtet, um sie hernach auf Papier zu verewigen. So geschehen mit Josef Bloch, Zengeler's einsamen Helden, der nach dem „wer bin ich“ urkomisch sucht und es, vermeintlich, in einer Liaison mit einer Literaturprofessorin findet.


Die Illusion vom Fliegen

Josef Bloch, seinerzeit ein 40-jähriger, in Trennung lebender Tag-und Nachtträumer, braucht Arbeit und Geld. Er findet einen Aushilfsjob als Chauffeur und wie der Zufall es will, gleich sein erster Auftrag katapultiert ihn punktgenau vor „... eine Erscheinung, eine Vision, eine Halluzination, ein überirdisches Wesen, ein Engel mit gelocktem Haar.“. Und genau in diesem, ironischen, Ton, mal himmelhochjauchzend, dann wieder zu Tode betrübt, lenkt Josef Bloch nicht nur einen Mercedes 260er SE durch die Stadt, sondern auch seine „größte Liebe aller Zeiten“.
Josef schwebt wie in einer Seifenblase. Größer wird diese von Seite zu Seite.
Josef, will ich ihm als Leserin zurufen, Josef , die Blase wird platzen und dann fällst Du tief und hart. Du kannst nicht fliegen!
Aber es nützt nichts, Josef Bloch steuert auf seine Katastrophe zu. Nach, gefühlt unendlichen, Liebesbeteuerungen und -nächten ist irgendwann auch der längste Kongress zu Ende, die Frau seines Herzens startet zurück in ihre Heimat und Josef Bloch landet. Landet äußerst schmerzhaft und unsanft. Und hart. Hart auf dem Boden der Tatsachen. Sein letztes Geld, nämlich gerade mal dreitausend D-Mark, seine letzten Ersparnisse, hat er für „die größte Liebe aller Zeiten“ verbraten und wenn nicht genau zu dem Zeitpunkt Ira, die wirklich größte Liebe aller Zeiten, was er allerdings zu dem Zeitpunkt nur noch nicht weiß, aufgetaucht wäre, wer weiß, wie das „Scheißleben“ sonst geendet wäre.


Fazit

Die Handlung des Buches ist eigentlich ziemlich einfach gestrickt. Rückblickend erinnert sich der sympathische Anti-Held Josef Bloch an eine Liaison, die ihn kurzfristig emotional aus dem Gleichgewicht geworfen hat.
Man befindet sich in Nachbarschaft zu Hugo Hartung's „Ich denke oft an Piroschka“ oder auch zu „Gefährliche Geliebte“ von Haruki Murakami. Es ließen sich noch einige Liebesromane aufzählen, die ich gerne gelesen habe.
„Die größte Liebe aller Zeiten“ ist ein überaus menschlicher und lebensnaher Roman. Der unterhaltsame Stil verleiht auch mir kurzfristig Flügel und ich hadere mit meinen Gefühlen: soll ich dem Protagonisten nun einen Hinterntritt geben, damit er aufwacht oder soll ich mit ihm träumen? Ich entscheide mich für die Traumreise mit Josef Bloch und kehre erst dann in meinen Alltag zurück, als das letzte Wort verschluckt, bzw. gelesen ist.
Empfehlung: Sich auf den unwiderstehlichen Zengeler-Bloch-Gefühle-Sog einlassen, um vielleicht wie ich, nach den 198 Seiten sagen zu können:
Lesen macht einfach Spaß!


Persönliche Kritik

Meine Begeisterung für Cover und Buchtitel hält sich sehr in Grenzen. Würde ich nicht schon einige Romane des Autors Hans Zengeler kennen, diese Ausgabe hätte keinen Platz auf meiner Leseliste gefunden, weil mich Titel und Bild nicht ansprechen. Ein Cover schafft nämlich Orientierung, leitet ins Genre, in den Text und damit zu genau dem Grund, das Buch überhaupt erst zu kaufen. Die Buchhändlerin meiner Wahl staunte auch nicht schlecht, als sie mir den Roman über den Verkaufstresen reichte und sie fragte voller Ernstes, ob ich wirklich dieses Buch gemeint hätte.
Ja!
Ich hatte.
Auch wenn der erste äußere Eindruck auf Trivialliteratur und Kitsch hinweist, nein, der Inhalt dieses Buches ist weder trivial noch kitschig. Es ist ein sensibel genau beobachtetes Personenportrait, geschrieben mit Witz und Ironie, mit Sachkenntnis und mit einer gehörigen Portion Freude am Schreiben.
Meine dringliche Bitte an die Zuständigkeiten für die Covergestaltung: Beim nächsten Roman dieser Trilogie: Bitte verlangt dem Leser/angehendem Käufer keine Interpretationen ab, die in obige Richtung weisen könnte.


Die kursiv gehaltenen Textstellen sind Zitate aus dem Buch „Die größte Liebe aller Zeiten“
„Bloch II“ von Hans Zengeler, erschienen im VAT-Verlag 2013

jbs
im Mai 2ooodreizehn

12
Mai
2012

Gestorben wird später

oder "Das Prinzip Hoffnung"

Dieses Buch erscheint im Herbst 2012 im Verlag André Thiele. Ich stelle meine Rezension zu diesem Roman vom 21.08.2010 erneut auf die Titelseite

http://vat-mainz.de/images/zengeler-gestorben-wird-spaeter.jpg

Gedanken zu „ Gestorben wird später“ von Hans Zengeler
Mit zweihundertundacht Seiten erschien o.g. Roman von Hans Zengeler 2009.


„ Es war klar, dass es auf eine Kathastrophe hinausläuft.“ So beginnt die Erzählung, an dessen Anfang der Protagonist Josef Bloch plötzlich rasende Angst vor dem Alter und vor Krankheiten hat. Fast panikartige Angstattacken, gekennzeichnet durch Herzrasen, Schweißausbrüche, anfallsartige Müdigkeiten, Unausgeglichenheit, gedankliche Abwesenheit und sozialem Rückzug lassen den Leser sehr nah an das Gefühlsleben des Josef Bloch heran. Durch den Tod zwei sehr enger Freunde und schweren Krankheiten von Menschen im Umfeld des Protagonisten und seiner Frau Ira fällt Bloch in ein seelisches Tief. Er sieht sich genötigt sein Testament aufzusetzen.

Bloch ist Hausmann, neunundfünfzig Jahre alt. Seine Frau Ira, mit der er standesamtlich nicht verheiratet ist, verdient deren Lebensunterhalt als Illustratorin. Während sie seine anstehende Kropfoperation als notwendige Nebensache ansieht, zumindest lässt sie andere Gefühle zu diesem Thema nicht offen zu, versinkt Bloch in Ängsten vor der anstehenden Operation, malt sich alle möglichen Komplikationen aus und deutet jede Abweichung vom Alltag als schlechtes Omen auf seine Zukunft. Zengeler versteht es geschickt, die Symptome einer Hyperthyreose mit den Symptomen panikartigen Angstzuständen auf Linie zu bringen. So weiß ich als LeserIn nie ganz genau, sind das nun physische oder psychische Krankheitszeichen oder „einfach nur“ überzogene Gefühle.

Leicht macht es der Autor dem Leser mit Bloch nicht. Es ist ein Schwanken zwischen absoluter Sympathie und dem energischem Zurufen wollen, endlich mit dem Zaudern aufzuhören.
Josef ist auf der Suche nach sich selbst, betrachtet sich auf Seite 11 als Nullnummer mit Nullsummenbilanz. Aber zum Glück gibt es Ira. In Gesprächen wie diesen z.B. auf Seite 12: „ Ich verliere nicht gerne die Orientierung, sagte er.“ antwortete sie daraufhin: „Was ein Fehler ist, denn manchmal muss man die Orientierung verlieren, sonst erlebt man nichts mehr.“ Oder: „Wichtig ist nicht, wohin man geht, sondern das Erleben auf dem einmal gewählten Weg.“ ( S. 13). Solche Sätze tauchen immer wieder auf und Bloch enträtselt immer mehr sein Menschsein, sein Menschdasein.

Josef Bloch – Ernst Bloch.
Die gleichen Nachnamen legen eine Spur, der man detektivisch folgt:

"Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? War erwarten wir? Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht. Einmal zog einer weit hinaus, das Fürchten zu lernen. Das gelang in der eben vergangenen Zeit leichter und näher, diese Kunst ward entsetzlich beherrscht. Doch nun wird, die Urheber der abgerechnet, ein uns gemäßeres Gefühl fällig. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen."
Ernst Bloch in seinem Vorwort zu "Das Prinzip Hoffnung"

Hans Zengeler rollt eine Odyssee auf. Eine abenteuerliche Seelenfahrt, durch die Bloch prä- und postoperativ mit seinen Emotionen von Flaute bis Windstärke neun schippert, im Schlepptau seinen Sohn Marc, seine Ehrenkinder und Ehrenenkelkinder, seine zwei verstorbenen Freunde und allen voran Ira.
Am Ende des Romans hat man auch seine Patchworkfamilie kennengelernt und weiß endlich, wie es gesundheitlich um Bloch steht.
Besonders schön an diesem Roman ist, nach dem Hoffnungsprinzip, die wunderbare Liebeserklärung, die Josef Bloch seiner Ira auf über zweihundert Seiten macht.

Homepage des Autors: http://www.zengeler.de

12.05.2012:
Aus aktuellem Anlass füge ich eine Vorschau auf alle Bücher des VAT Verlag Andre Thiele ein. Auf Seite 10 wird die überarbeitete Neuauflage des Romans "Gestorben wird später" vorgestellt.


http://issuu.com/vatverlagandrethiele/docs/vat_herbstprogramm_2012?mode=window&backgroundColor=%23222222

20
Sep
2011

Konrads Geständnis

Konrads Geständnis
ein Roman von Hans Zengeler
Verlag Shaker Media 2011, 235 Seiten

Hans Zengeler beschreibt die Zeit nach Gründung der Bundesrepublik ab 1950 und wirft einen kritischen Blick auf die Integrations- und Asylpolitik speziell in Baden-Württemberg. Menschen, wie sein Protagonist Konrad Stachowiak mussten hart kämpfen. Parolen wie :“Badens schrecklichster Schreck, der neue Flüchtlingstreck!“ machten Stimmung gegen Integration.

Der mecklenburgerische Stachowiak stellt eine ausgeprägte Charakterfigur dar, der als einzelnes Individuum mit seinem Einzelschicksal für alle schutzsuchenden Menschen dasteht. Sein Anwalt Hägele dagegen, der sein Freund hätte werden können, löst sich in Farblosigkeit auf.
Ein raffiniert ausgestatteter Roman mit Gegenüberstellung gesellschaftlicher und sozialer Verhältnisse der Nachkriegszeit. Bis in die Gegenwart hinein.

Ich bin bei der erneuten Lektüre von Hans Zengelers Roman "Konrads Geständnis" auf diese bedeutungsvolle Textstelle gestoßen:

"... , der schnelle Wechsel der Gefühle, eine Fahrt von der Gegenwart durch die Vergangenheit in die Zukunft hinein, ... "

Gegenwart

In dem Kapitel wird anfangs die Autofahrt des Anwalts Hägele über die Schwäbische Alb zum Bodensee beschrieben. Hägele bearbeitet gegenwärtig einen Fall von Waffenraub. Der einsitzende Konrad Stachowiak hatte sich selbst angezeigt, nicht weil er Reue zur Tat empfinden würde, sondern weil er der Gesellschaft u.a. deren irrwitzige Asylpolitik vor Augen führen will. Konrad Stachowiak war ein früherer Klassenkamerad des Verteidigers und später in derselben Kaserne wie Hägele stationiert.

Fühlbar einsam hangelt sich der Pflichtverteidiger Hägele durch seine Tage. Seine Ehefrau Vera ist mit dem gemeinsamen Kind aus der Wohnung ausgezogen und will sich nach vielen Ehejahren von ihm trennen. Mit übermäßigem Alkoholkonsum, Tagträumen und mühseligem Aktenstudium seines neuen Falles kämpft Hägele sich durch das Jetzt.

Vergangenheit

Mächtig holt ihn dann plötzlich die Vergangenheit ein. Während und nach den Gesprächen mit Konrad im Sprechzimmer des Gefängnisses durchlebt er die Zeit der Rucksackdeutschen, so wie es sein Mandant selbst erlebt hatte. Es vollzieht sich ein Rollentausch, den der Einsitzende Konrad Stachowiak beim Abschied seines Pflichtverteidigers grinsend kommentiert:

"Er habe noch nie eine so eindringlich erzählte Vertriebenengeschichte gehört."

Flüchtlinge wurden in (nicht nur) schwäbischen Städten in eigens eingerichteten Stadtteilen ( noch heute weisen Straßennamen wie Deutscher Osten, Danziger Straße, Stettiner Straße, Sachsenweg usw. darauf hin) untergebracht und als lästige Durchfresser und Schmarotzer angesehen. Die Chance auf bessere Schulbildung und sozialem Aufstieg war fast aussichtslos.
Intelligenz und Dickköpfigkeit ermöglichten dem jungen Stachowiak, das Gymnasium zu besuchen, auf dem er vom ersten Tag an nicht einen Freund bekommen sollte. Er gehörte einfach nicht dazu. Er war ein Flüchtling, ein Rucksackdeutscher, der sein Hab und Gut in einem Rucksack in eine neue unbekannte „Heimat“ schleppte:

„Die Rucksackdeutschen, die Flüchtlinge, die Heimatvertriebenen, die Umsiedler, wie auch immer man sie nennen mag, die Asylanten und Asylbewerber gibt es überall, die kommen nirgendwo richtig an.“
S. 68

Nach der Schulzeit ging es für den mecklenburgischen Konrad weiter mit Widerständen und Barrieren, diesmal in der Bundeswehrkaserne in Engsten. Als absoluter Aussenseiter versuchte er die Schikanen und Diskriminierungen seiner Kameraden auszuhalten. Nur durch die Lektüre hochgeistiger Literatur wie z.B die Duineser Elegien, überstand er eine zeitlang diese menschliche Hölle. Dann wurde ein Klinikaufenthalt in einer Psychiatrie notwendig.

Zukunft

Zukünftig will der Anwalt Hägele sich beruflich verbessern und strebt eine Karriere in dem renommierten Anwaltsbüro Dr. Mehringer an. Das die dortigen Gepflogenheiten und Machenschaften nicht seinen Vorstellungen entsprechen, merkt Hägele sehr schnell.

Fazit

Fünf Erzählstränge ( 1. Stachowiak -> Hägele; 2. Dr. Mehringer -> Hägele; 3. Hägele -> Vera; 4. Gegenwart -> Vergangenheit; 5. Asylanten) bilden einen Zopf dieses erzählerisch und bildlich glaubwürdig erzählten Romans. Der Autor Zengeler muss ein sehr guter Menschenkenner und Beobachter sein. Wie kaum jemand anderem gelingt es ihm in „Konrads Geständnis“ die große existentielle Bedrohung darzustellen: Verlust von Achtung und Würde eines Menschen.

Man darf sich als Leser nicht in die Irre führen lassen. Konrads Geständnis ist nicht das Geständnis des inhaftierten Stachowiak, sondern ...
... hier mag sich der interessierte Leser selbst eine Meinung bilden.

Mir hat dieser Zengeler-Roman, der übrigens Ende der achtziger Jahre erstmals verlegt wurde, sehr gut gefallen. Zengeler beweist sich als ein Meister subtiler Emotionen und insistierenden Infragestellungen bestehender Strukturen.
Diese Lektüre ist unbedingt weiterzuempfehlen. Hans Zengeler hält mit ihr ein Stück Geschichte fest. 

Immer noch aktuell

Das große Thema Asyl, Vertriebene und Flüchtlinge konfrontiert uns aktuell bis in die heutige Zeit. Tagesthemen sind und waren, um nur ein paar Beispiele zu nennen:

- Anfang der 90iger Jahre kamen Asylsuchende aus den umkämpften Gebieten des ehemaligen Jugoslawien in die europäischen Nachbarländer
- die Ausschreitungen in Hoyerswerda 1991
- bis heute suchen Menschen aus dem Irak und Afghanistan Asyl in den EU-Ländern Schutz
- Boatpeople aus Afrika oder Asien suchen die Lizenz für menschwürdiges Leben.


Asyl – Flüchtlinge – Freundschaft – Liebe – Karriere – Waffenraub – Gesellschaftskritik – Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen – Menschenwürde – Bewältigung von Vertreibung

Links

http://www.amazon.de/Konrads-Gest%C3%A4ndnis-Roman-Hans-Zengeler/dp/3868586741

http://www.shaker-media.de/de/content/bookshop/index.asp?ID=2&ISBN=978-3-86858-674-9

Die in fett kursiv geschriebenen Textstellen sind Zitate aus obigem Buch.

Nachtrag eines Links und minimale technische Verbesserung am 21.09. und am 22.09.2011

Homepage des Autors: http://www.zengeler.de

21
Aug
2011

Konrads Geständnis

Wieder ein Zengeler-Roman, der einen nicht loslässt, bis die letzte Seite gelesen ist. Ein Roman über politische Machenschaften, über Asylanten, über Migration, über Vorurteile, über Ausgegrenztsein, über Männerfreundschaft, die eine hätte werden können, über Trennungen ...
Die Erstauflage erschien 1988. Das Thema dieses Romans ( Neuauflage 2011) ist heute immer noch so aktuell wie damals.

In der kommenden Zeit werde ich eine etwas ausführlichere Buchbesprechung hier veröffentlichen ... freue mich darauf, die 238 Seiten nochmals zu lesen!

"Der Krieg war zu Ende. Die Soldaten kehrten nach und nach heim. Man tanzte bald wieder und sang: Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien ... Der russische Sektor war weit weg. Im Frieden begann man das Vergessen zu kultivieren und entwickelte so einen unverkennbar deutschen Wesenszug."
weiter siehe hier: http://www.zengeler.de/gestaendnis.htm

Konrads Geständnis, Roman, 238 S., kt. 16,80 ISBN: 978-3-86858-674-9

http://www.amazon.de/Konrads-Gest%C3%A4ndnis-Roman-Hans-Zengeler/dp/3868586741/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1312449253&sr=1-2

25
Nov
2010

In einer erdfernen Welt

„In einer erdfernen Welt“ von Hans Zengeler

EW
erschienen im Shaker Verlag 2010, 164 Seiten, 14,00 EUR

„Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Probe.
Darum singe, lache, tanze und liebe ...
Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens,
bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“

Charlie Chaplin, 1889 – 1977



Der Schriftsteller Hans Zengeler hat für seinen neuen Roman in Berichtform „In einer erdfernen Welt“ einen Stoff gefunden, der brandaktuell ist und sehr eindringlich die Landschaft der Verzweifelung, die Unsicherheit angesichts des Todes, die Einsamkeit, menschliches Versagen und das Altwerden in einem Alten- und Pflegeheim sichtbar macht.

Und von diesem Lebensstoff muss erzählt werden.
Von der letzten Rolle.
Der letzten Rolle des Schauspielers Moritz Sonderberg, die er sich ganz anders vorgestellt hatte.
Nach einem Schlaganfall und keiner günstigen Prognose findet er sich plötzlich auf einer Demenzstation eines Alten-und Pflegeheimes wieder. Kein Wunder also, wenn er auf Seite 46 feststellt: „Wäre schön, wenn man hier tatsächlich noch eine Rolle spielte, leider sind einem aber bei Eintritt sämtliche Textbücher abgenommen, sie verstehen?“
Und er fängt an, „sich durch die Zeit zu atmen“. Frühlingsdüfte oder die geliebte Bühnenluft muss er „gegen Altersgerüche und den Geruch des Zerfalls“ eintauschen.
Sich nicht unterkriegen lassen, von nichts und niemanden, das wird Sonderbergs Devise.
'Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens' mag hier zynisch wirken, aber Sonderberg, der Sonderberg, wie er immer von Theaterleuten und Presse genannt wurde“, nimmt nach schwerer Anfangszeit seinen Stift und Papier, fängt an zu schreiben. Gerade um Leben zu spüren, dort wo er auf den Tod wartet. Vielleicht wird er das aufgezwungene Leben als Theaterstück verarbeiten und die achtundzwanzig Bewohner und Bewohnerinnen seiner Station übernehmen dabei eine Statistenrolle.

Mit Frau Strittmatter und Herrn Wagenseil, zwei seiner Statisten, skizziert Moritz Sonderberg völlig gegensätzliche Mitbewohner. Herr Wagenseil hat seine Lebenswelt über die Ränder der bekannten Welt verlassen, ist hinaus- und hineingefallen über einen gelben Fleck an der Wand, in ein Jenseitiges, in eine Wirklichkeit, die man nicht zu fassen vermag. Er sitzt tagaus und tagein in seinem Rollstuhl und starrt auf diesen ominösen Fleck.
Die gegensätzliche Rolle übernimmt Frau Strittmatter. Ihre Agitiertheit, Redseligkeit, Streitsüchtigkeit aber auch Schlagfertigkeit, obwohl sie wegen ihrer Demenz oft im Unrecht ist, gibt der Szene eine fast frische Lebendigkeit.
Und immer wieder unternimmt Moritz Sonderberg eine Reise in seine Vergangenheit. Er lässt Bilder Revue passieren und stellt dabei verbittert fest: „ Du hast so gelebt, dass du jetzt allein bist. Im Alter bekommt man die Rechnung präsentiert ...
... Du hast geglaubt, niemanden zu brauchen, niemals. Geschieden, kinderlos, keine ausgesprochenen Freunde, Kollegen ja, aber keine Freunde. Du hast immer für dich und die Bühne gelebt und gedacht, das Ende werde dich hoffentlich auf der selbigen ereilen, mitten im Spiel.“


Erneut nimmt Sonderberg einen Anlauf, um aus dem Pflegeheim in seine Wohnung zurückzukommen. Er schreibt seiner geschiedenen Ehefrau. Er stellt sich vor, wie es sei, wenn er mit ihr im Park spazieren gehen könnte. Und dann würde er sie bitten, ihn mitzunehmen: „Nimm mich mit. Nimm mich um Gottes Willen mit. Egal wohin. Nur weg.“
Ein Hilferuf, ein Schrei, den erneut niemand hört.

Und wieder wird er schreiben, der Schauspieler, um nicht zu fallen, um keine Depressionen zu bekommen.
Beobachten. Festhalten. Messerscharf gestochene Bilder.
Zum Beispiel das Verhalten des Personals gegenüber den Bewohnern. Ihre Zeitnot. Ihren Personalmangel. Ihr Verhalten im Berufsalltag gegenüber den BewohnerInnen.
Oder Erinnerungen an seine Mutter, die ihn, mehr als ihm lieb ist, einholen.
Sein Berufsleben spult sich vor seinem inneren Auge ab und er hat die Zeit, um gewissenhaft zu dokumentieren.

Dann kommt der Tag, an dem sich nochmals alles verändert.
Er lernt die etwas ältere Lisbeth kennen. Während sie im Park strickend auf einer Bank sitzt, erzählt er ihr von seinem Leben als Schauspieler. Lisbeth hört ihm aufmerksam zu, bis sie an der Reihe ist, aus ihrem Leben zu berichten. Diese Treffen erfolgen nun Tag um Tag und bei Sonderberg flackert ein Licht auf. Es ist eine Wärme, die ihm seit Monaten, ja vielleicht seit Jahren gefehlt hat. „ Ich bin sicher: Ich habe mich verliebt. Und ich schäme mich überhaupt nicht, ich genieße es!“„Weil ich nun jeden Tag etwas habe, worauf ich mich freuen kann. Ich stehe morgens auf und weiß, am Nachmittag werde ich Lisbeth treffen.“

Moritz Sonderbergs Sicht auf die Zeit und das Alter hat sich durch Lisbeth plötzlich verändert. Es ist nicht mehr der jugendliche Aufstieg auf einen hohen Berg, sondern eine Höhenlandschaft voller Überraschungen und Wendungen. Und er läuft vor der Verantwortung nicht mehr davon. Trotz seiner Krankheit unternimmt er Zukunftsträume, baut Luftschlösser, um mit Lisbeth eine Wohnung zu suchen, ins Theater zu gehen, zu lesen und zu leben.

Das Buch von Don Quichote und ein von Lisbeth selbst gestrickter Pullover liegen eines Tages in seinen Händen und wieder wird eine Wendung sein Leben verändern.

Dem Autor Hans Zengeler ist etwas ganz Besonderes gelungen. Ungeschönt beschreibt er in einem aussergewöhnlichen Roman die Innen-und Außenwelt eines Mannes, der vor der langsamen Auslöschung seiner Identität steht. Bis an die Grenzen des Erträglichen geht der Schriftsteller mit dieser literarischen Studie.
Technisch benutzt Zengeler die Gestaltungsmittel des Films und des Theaters. Es gibt eine Aufblende, eine Abblende und einen Vorhang, der zum Schluß fällt. Und dazwischen spielt sich das Leben von Moritz Sonderberg ab, das auf den Endpunkt zu läuft.


Jeder altert. Und den allermeisten gefällt das überhaupt nicht. Dieses Buch zeigt auf, dass die Jugend kein Zustand auf Dauer ist. Unser Leben ist endlich. Dieser Gedanke wird zu gern verdrängt.
Tucholsky stellte fest: „Und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.“

Der Roman „In einer erdfernen Welt“ in Berichtform ist nicht nur ein Lesemuss für Menschen, die das Leben als eine fortlaufende Entwicklung erkennen wollen.
Es sollte auch ein absolutes Muss für alle pflegenden Berufe sein, um Sensibilität herauszufordern, die für ein Arbeiten mit alten und kranken Menschen absolut notwenig ist.
Zengeler hat mit Moritz Sonderberg einen unglaublich sympathischen Helden geschaffen. Er gibt ihm eine Stimme, die ergreifend vom Leben in einer Lebensverwahranstalt erzählt und die Würde des Menschen eindringlich verteidigt.

„... Darum singe, lache, tanze und liebe ...
Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens,
bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“

jbs

25.Novemer 2010

Die kursiv beschriebenen Textstellen sind Zitate aus dem Buch.

Trailer zum Buch " In einer erdfernen Welt"

http://www.youtube.com/watch?v=gtV13ciBxNI

Link zum Shaker-Media-Verlag
http://www.shaker-media.de/de/content/bookshop/index.asp?ISBN=978-3-86858-442-4&ID=2

Homepage des Autors: http://www.zengeler.de

21
Aug
2010

Gestorben wird später

oder "Das Prinzip Hoffnung"

Gedanken zu „ Gestorben wird später“ von Hans Zengeler
Mit zweihundertundacht Seiten erschien o.g. Roman von Hans Zengeler bei Shaker Media GmbH 2009.

cover-gesto

„ Es war klar, dass es auf eine Kathastrophe hinausläuft.“ So beginnt die Erzählung, an dessen Anfang der Protagonist Josef Bloch plötzlich rasende Angst vor dem Alter und vor Krankheiten hat. Fast panikartige Angstattacken, gekennzeichnet durch Herzrasen, Schweißausbrüche, anfallsartige Müdigkeiten, Unausgeglichenheit, gedankliche Abwesenheit und sozialem Rückzug lassen den Leser sehr nah an das Gefühlsleben des Josef Bloch heran. Durch den Tod zwei sehr enger Freunde und schweren Krankheiten von Menschen im Umfeld des Protagonisten und seiner Frau Ira fällt Bloch in ein seelisches Tief. Er sieht sich genötigt sein Testament aufzusetzen.

Bloch ist Hausmann, neunundfünfzig Jahre alt. Seine Frau Ira, mit der er standesamtlich nicht verheiratet ist, verdient deren Lebensunterhalt als Illustratorin. Während sie seine anstehende Kropfoperation als notwendige Nebensache ansieht, zumindest lässt sie andere Gefühle zu diesem Thema nicht offen zu, versinkt Bloch in Ängsten vor der anstehenden Operation, malt sich alle möglichen Komplikationen aus und deutet jede Abweichung vom Alltag als schlechtes Omen auf seine Zukunft. Zengeler versteht es geschickt, die Symptome einer Hyperthyreose mit den Symptomen panikartigen Angstzuständen auf Linie zu bringen. So weiß ich als LeserIn nie ganz genau, sind das nun physische oder psychische Krankheitszeichen oder „einfach nur“ überzogene Gefühle.

Leicht macht es der Autor dem Leser mit Bloch nicht. Es ist ein Schwanken zwischen absoluter Sympathie und dem energischem Zurufen wollen, endlich mit dem Zaudern aufzuhören.
Josef ist auf der Suche nach sich selbst, betrachtet sich auf Seite 11 als Nullnummer mit Nullsummenbilanz. Aber zum Glück gibt es Ira. In Gesprächen wie diesen z.B. auf Seite 12: „ Ich verliere nicht gerne die Orientierung, sagte er.“ antwortete sie daraufhin: „Was ein Fehler ist, denn manchmal muss man die Orientierung verlieren, sonst erlebt man nichts mehr.“ Oder: „Wichtig ist nicht, wohin man geht, sondern das Erleben auf dem einmal gewählten Weg.“ ( S. 13). Solche Sätze tauchen immer wieder auf und Bloch enträtselt immer mehr sein Menschsein, sein Menschdasein.

Josef Bloch – Ernst Bloch.
Die gleichen Nachnamen legen eine Spur, der man detektivisch folgt:

"Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? War erwarten wir? Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht. Einmal zog einer weit hinaus, das Fürchten zu lernen. Das gelang in der eben vergangenen Zeit leichter und näher, diese Kunst ward entsetzlich beherrscht. Doch nun wird, die Urheber der abgerechnet, ein uns gemäßeres Gefühl fällig. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen."
Ernst Bloch in seinem Vorwort zu "Das Prinzip Hoffnung"

Hans Zengeler rollt eine Odyssee auf. Eine abenteuerliche Seelenfahrt, durch die Bloch prä- und postoperativ mit seinen Emotionen von Flaute bis Windstärke neun schippert, im Schlepptau seinen Sohn Marc, seine Ehrenkinder und Ehrenenkelkinder, seine zwei verstorbenen Freunde und allen voran Ira.
Am Ende des Romans hat man auch seine Patchworkfamilie kennengelernt und weiß endlich, wie es gesundheitlich um Bloch steht.
Besonders schön an diesem Roman ist, nach dem Hoffnungsprinzip, die wunderbare Liebeserklärung, die Josef Bloch seiner Ira auf über zweihundert Seiten macht.

Homepage des Autors: http://www.zengeler.de

12.05.2012:
Aus aktuellem Anlass füge ich eine Vorschau auf alle Bücher des VAT Verlag Andre Thiele ein. Auf Seite 10 wird die überarbeitete Neuauflage des Romans "Gestorben wird später" vorgestellt.


http://issuu.com/vatverlagandrethiele/docs/vat_herbstprogramm_2012?mode=window&backgroundColor=%23222222

25
Jul
2010

Freiwillige Roßkuren

Roßkuren von Hans Zengeler

rosskuren

Eine etwas andere Literatur in den Händen, die man so schnell nicht weglegt, weil

- wunderbar über alte Heilmethoden erzählt wird,
- und zwar so brachial, dass man sich fast verschluckt beim lesen: aber in der vierten Abteilung wird der Schluckauf schnell wieder kuriert werden, da diese Abteilung „das Bauch-und das Magenweh, die Koliken, das Erbrechen und was einen wurmt, wenn man dazu noch unter Verstopfung leidet oder wegen der Hämorrhoiden kaum sitzen kann“ behandelt.
- die sechste Abteilung die Seele anrührt.
- es dem Autor in einem verständlichen philosophischen letztem Kapitel gelingt, das diese Roßkuren nicht verstauben, eher zerbröseln die Buchseiten vom häufigen Lesegebrauch zwischen den Fingern ( Eine vierte Auflage wird deshalb kommen).

Einen kleinen Einblick gewährt der Autor hier:
http://www.zengeler.de/rosskuren.htm

Zitat aus Roßkuren von Hans Zengeler, Drumlin Verlag, 1986; Seite 14:

„ Man kann nach diesen Roßkuren getrost alles andere vergessen. Vorausgesetzt, man steht sie durch. Wer alle diese Kuren überlebt, dem kann eigentlich nichts mehr passieren, weil er sicher über eine, sagen wir, brachiale Gesundheit verfügt. Und es ist durchaus möglich, daß manche solcher Kuren noch nicht gewachsen sind, aber schon wer aus diesem Leseabenteuer herauskommt, ohne im Gesicht auch nur die geringste Blässe zu zeigen, der darf sich im Bewußtsein seiner Heldenhaftigkeit auf die Schulter klopfen, der kann zur Tat schreiten, allerdings ohne Gewähr, denn die Roßkur selbst ist das Risiko schlechthin, das Unwägbare. Dem Zauderer jedoch sei verraten: Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.“

Also, ich habe es versucht und ich ... lebe noch!

Homepage des Autors: http://www.zengeler.de

31. Juli 2010
Ende August werden hier wieder Eigentexte, Fremdtexte, Haikus, Gedichte und Bilder veröffentlicht. Bis dahin und schöne Ferien! :)
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"Vielleicht war vor den Lippen schon das Flüstern da und ohne Bäume tanzte schon das Laub."Ossip Emiljewitsch Mandelstam

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