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LLLL

LLLL = Lange Lange Lese Liste


Martin von Arndt
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Martin von Arndt
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Raketenschirm


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Joachim Zelter
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Ich nannte ihn Krawatte


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Michael Moshe Checinski
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Steve Sem-Sandberg
Die Elenden von Łódź

21
Aug
2011

Konrads Geständnis

Wieder ein Zengeler-Roman, der einen nicht loslässt, bis die letzte Seite gelesen ist. Ein Roman über politische Machenschaften, über Asylanten, über Migration, über Vorurteile, über Ausgegrenztsein, über Männerfreundschaft, die eine hätte werden können, über Trennungen ...
Die Erstauflage erschien 1988. Das Thema dieses Romans ( Neuauflage 2011) ist heute immer noch so aktuell wie damals.

In der kommenden Zeit werde ich eine etwas ausführlichere Buchbesprechung hier veröffentlichen ... freue mich darauf, die 238 Seiten nochmals zu lesen!

"Der Krieg war zu Ende. Die Soldaten kehrten nach und nach heim. Man tanzte bald wieder und sang: Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien ... Der russische Sektor war weit weg. Im Frieden begann man das Vergessen zu kultivieren und entwickelte so einen unverkennbar deutschen Wesenszug."
weiter siehe hier: http://www.zengeler.de/gestaendnis.htm

Konrads Geständnis, Roman, 238 S., kt. 16,80 ISBN: 978-3-86858-674-9

http://www.amazon.de/Konrads-Gest%C3%A4ndnis-Roman-Hans-Zengeler/dp/3868586741/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1312449253&sr=1-2

17
Aug
2011

tschick

tschick


Vor drei Wochen besuchte ich unsere Stadtbücherei, um Reiseführer für den anstehenden Urlaub auszuleihen. Da fiel mir im Vorbeigehen am Regal für aktuelle Lektüre der Titel „tschick“ ins Auge. Auf dem Buchrücken las ich:

„Man lacht viel, wenn man „tschick“ liest, aber ebenso oft ist man gerührt, gelegentlich zu Tränen. Es ist ein Buch, das einen Erwachsenen rundum glücklich macht und das man den Altersgenossen seiner Helden jederzeit schenken kann.“ Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung.

Und nun? dachte ich. Die Bücherliste für den zweiwöchigen Urlaub ist doch eh schon viel zu lang und nun noch ein „Jugendroman“?
Wer hatte dieses Buch geschrieben? Wolfgang Herrndorf? Kenne ich nicht. In Hamburg geboren, Jahrgang 1965 (ich gehöre auch zur 60iger Generation), ist mit dem Deutschen Erzählerpreis ausgezeichnet ( und gibt nicht gerne Interviews ( was ich im nachhinein ergoogelt hatte)). Ich wurde neugierig. Auf „tschick“ und das angekündigte „Roadmovie“ zweier Gymnasiasten. Meine zwei Söhne sind schon etwas über das Alter der beiden Protagonisten hinaus, aber noch nicht lange. Und so interessierte es mich schon, wie schreibt ein fast fünfzigjähriger Mensch über Jugendliche in dem Alter. Das Buch landete also auch in meinen Korb und sollte die erste Urlaubslektüre werden.

Wolfgang Herrndorf, Jahrgang 1965, erzählt in seinem 254 Seiten langem Roman „tschick“, 2010 im Rohwolt-Verlag erschienen, ein atemloses Roadmovie zweier 15-jähriger Schüler, die sich mit einem gestohlenen Lada auf den Weg in die Walachei begeben, um den Großvater von Tschick zu besuchen.

Tschick schließt den alten Wagen kurz, Maik räumt die Speisekammer seiner Eltern leer, zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Jugendliche starten ihre Reise:

„ Das ist nur ein Wort, Mann“, sagte ich ( Maik) und trank den Rest von meinem Bier. „Walachei ist nur ein Wort! So wie Dingenskirchen. Oder Jottwehdeh."


Hier müsste ich nun beginnen mit nacherzählen, beschreiben und ... schwärmen. Denn etwas anderes als schwärmen kann ich nach dieser Lektüre nicht. Keine Seite dieses Buches ist langweilig oder langatmig. Sei es der gescheiterte Versuch, sich durch

„ Er legte beide Schlafsäcke als Kissen auf den Fahrersitz, setzte meine Sonnenbrille wieder auf, schob sie ins Haar, steckte eine Zigarette in seinen Mundwinkel und klebte sich zuletzt schwarzes Isolierband ins Gesicht, um einen Kevin-Kurányi-Bart zu simulieren. Er sah allerdings nicht aus wie Kevin Kurányi, sondern wie ein Vierzehnjähriger, der sich Isolierband ins Gesicht geklebt hat.“

zu verkleiden und als achtzehnjährige auszugeben, oder die Orientierung in Richtung Walachei zu behalten, auch wenn man dabei in einem Weizenfeld landet und nicht mehr über die Halme hinausgucken kann

„ ... Das Feld ging leicht bergauf. Wir fuhren kleine Kurven und Schnörkel und stießen auf eine Schneise, die wir eine Minute zuvor selbst gepflügt hatten. Ich schlug vor, Tschick sollte versuchen, unsere Namen in den Weizen zu schreiben, sodass man sie von einem Hubschrauber aus lesen konnte oder später bei Google-Earth.. Schon beim Querbalken vom T verloren wir die Übersicht. Wir fuhren einfach nur herum, krochen immer weiter einen Hügel hinauf, und als wir ganz oben waren, war das Feld plötzlich zu Ende.“

Weiter geht es mit der ewigen Suche nach Essbarem und nach Benzin. Dabei lernen sie die unterschiedlichsten Menschen kennen und müssen sich immer wieder vor der Polizei verstecken, damit ihre Reise kein vorzeitiges Ende nimmt.
Es kommt, wie es kommen muss, die Fahrt endet abrupt, Maik findet sich im Krankenhaus wieder und Tschick in einem Heim. Aber hier ist noch nicht der Schluß der Geschichte, man darf noch ein wenig weiterlesen. Und ist froh darum, weil man Maik und Tschick nicht alleine lassen möchte.

Nach der Lektüre war mir klar, hier auf meinem Blog etwas über dieses Buch zu schreiben, eventuell Parallelen zu ziehen. Oder in die Tiefe dieses Romans zu gehen.
Ich will es aber nicht mehr. Das Buch „Tschick“ liest sich so unbeschwert, so unkompliziert, so sympathisch, trotz seines aktuellen Bezugs zu u.a. Migration, Alkoholismus, Partnerschaft und Schulalltag.
Vergleiche täten diesem Werk unrecht, weil „Tschick“ einfach „Tschick“ ist.

jbs 17.08.2011

Textstellen aus dem Buch sind kursiv geschrieben und mit Anführungszeichen markiert!

Interview mit Wolfgang Herrndorf in der FAZ vom 31.01.2011

http://www.faz.net/artikel/C30437/im-gespraech-wolfgang-herrndorf-wann-hat-es-tschick-gemacht-herr-herrndorf-30326213.html

30
Jul
2011

lethe

lethe

morgenwind
schwebt
aus nebelmeeren
und
andromache's traum
steigt
tief
in lethes bett

xanthos huf
scharrt
zornig
hungrig
wilden
einlass
fordernd
am horizont

schäumender tumult
verschlingt
die zeit

hinter geschlossenen lidern
wachsen lilien
aus verschütteten tropfen milch

dann recken befreit
verpuppte gedanken
ihre flügel
lautlos
suchend
den mund

jbs 2oooelf

23
Jul
2011

Vom Geld

Vom Geld


Ich will dich nicht zur Arbeit verfuehren.
Der Mensch ist zur Arbeit nicht gemacht.
Aber das Geld, um das sollst du dich ruehren!
Das Geld ist gut. Auf das Geld gib acht!

Die Menschen fangen einander mit Schlingen.
Gross ist die Boesheit der Welt.
Darum sollst du dir Geld erringen
Denn groesser ist ihre Liebe zum Geld.

Hast du Geld, haengen alle an dir wie Zecken:
Wir kennen dich wie das Sonnenlicht.
Ohne Geld muessen dich deine Kinder verstecken
Und muessen sagen, sie kennen dich nicht.

Hast du Geld, musst du dich nicht beugen!
Ohne Geld erwirbst du keinen Ruhm.
Das Geld stellt dir die grossen Zeugen.
Geld ist Wahrheit. Geld ist Heldentum.

Was dein Weib dir sagt, das sollst du ihr glauben.
Aber komme nicht ohne Geld zu ihr:
Ohne Geld wirst du sie um deiner berauben
Ohne Geld bleibt bei dir nur das unvernuenftige Tier.

Dem Geld erweisen die Menschen Ehren.
Das Geld wird ueber Gott gestellt.
Willst du deinem Feind die Ruhe im Grab verwehren
Schreibe auf seinen Stein: Hier ruht Geld.

Berthold Brecht


"Geld" von MISUK
TON: http://vimeo.com/25699396

29
Jun
2011

Skizze I

Schließlich wurde es dunkel.
Und durch die verlassenen Strassen schlängelte sich eine Bö. Staksige Straßenlaternen schaukelten mit ihren elektrischen Köpfen. Nickten hin und her. Erste Regentropfen fielen laut auf Dächer, vermehrten sich, trommelten alsbald stakkato, um anschließend in einen Trommelwirbel überzugehen. Der Wind wurde stärker. Pfiff. Wasser rauschte über Dachpfannen, schwappte in die Regenrinne, um von dort ins Fallrohr zu schießen. Schmatzend füllten sich Zisternen. Am Bordstein befand sich reger Reiseverkehr. Eine blaue Zigarettenschachtel. Ein Schnuller. Ein leeres Kuvert. Drehend wurden die Reisenden in die Ritzen des Kanaldeckels gespült



jbs 2oooelf

Eine etwas ausgeschmückte Beobachtung, die ich während eines heftigen Regens gemacht hatte. Man könnte daraus eventuell eine kleine Erzählung bauen...

Da die Verwaltungsfunktionen hier auf diesem Blog seit einiger Zeit massiv eingeschränkt sind, kann ich leider wieder kein Bild posten. Aber eine Musik lasse ich zurück.

Die Countertenöre Klaus Nomi und Franco Fagioli, die ich großartig finde, mit:

http://www.youtube.com/watch?v=yuSrsGzhD9U

http://www.youtube.com/watch?v=Ub4D_yPnf8w

Das ist natürlich ein Kontrastprogramm zu obigen Gedankensplitter. Ich weiß :-)))

13
Jun
2011

johannisnacht

johannisnacht

feuersonnenrad
knistert
züngelt
leckt
über stoppelfelder
tanzen
bloße Füße
leicht
weißen tauben
gleich
feuerblüten
lösen fibeln
im wind

johannisbeeren
reifen
platzen

kometen im fall
blühen auf
süßen lippen

jbs 2oooelf

5
Jun
2011

haiku 55

haiku

grasharfen im wind
dürre halme wispern zart
sommernachtsträume

jbs 2oooelf

30
Mai
2011

Speiseeis

»Speiseeis!« Sonne. Ein luftger Bisquit.
Durchsichtiges Glas mit eisigem Wasser.
Die Welt schokoladet in rosiger Früh,
Zu milchigen Alpen das Träumen entflieht.

Doch dann klirrt der Löffel, ein bittender Blick,
Um im Gesprächskreis bei staubgen Akazien
Beseelt zu empfangen von Eiscafé-Grazien
Im schmelzenden Schälchen gefrorenes Glück …

Die Freundin der Drehorgel zeigt sich hier nun,
Das bunte Zeltdach des Eisvagabunden –
Aufmerksam giert ein kleiner Junge,
Wie's Wunder der Kühle füllt diese Truhn.

Die Götter – sie sehen nicht, was er sich greift:
Diamantene Pflaumen, Waffeln mit Füllung?
Doch schnell verschwindet bestreußelt, im Stillen,
Glitzernd im Sonnenlicht, göttliches Eis.

Ossip E. Mandelstam 1914

Quelle: http://home.arcor.de/berick/illeguan/mandel2.htm

Urlaubserinnerungen ... heute. Gestern. Oder vorgestern. Auf jeden Fall im Jetzt.
2011
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lou salome

"Vielleicht war vor den Lippen schon das Flüstern da und ohne Bäume tanzte schon das Laub."Ossip Emiljewitsch Mandelstam

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Zuletzt aktualisiert: 26. Mai, 22:16

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